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Bodengruppe
Um sich die Bodengruppe genauer anzusehen, wäre es gut den Wagen auf eine Bühne oder über eine Grube zu fahren. Das geht leider nicht immer, dennoch sollte man sich die Mühe machen auch unter dem Wagen etwas genauer hinzusehen.
Der Rahmenkopf rostet gern und sollte daher besonders gut untersucht werden. Er sollten gesund sein. Ein Austausch ist zwar möglich aber aufwendig und teuer. Die Bodenplatte aufmerksam ansehen und auf Rost abklopfen, dabei sind die Schraubkanten im Rahmenbereich und ganz besonders der Batterieboden rostanfällig. Gegebenenfalls auslaufende Batteriesäure setzt dem Blech nämlich mächtig zu. Beim Cabrio sind zusätzlich die Längsträger auf Rostbefall zu untersuchen. Alles in allem nicht von frischem Unterbodenschutz täuschen lassen. Sieht gut aus, kaschiert aber möglicherweise ein Fass ohne Boden.
Motor und Getriebe
Bevor der Motor gestartet wird sollte man ihn einer Sichtprüfung unterziehen. Ist er sauber oder verölt, bildet sich unter ihm etwa eine schwarze Pfütze. Einer Frage danach wo der Wagen üblicherweise abgestellt ist sollte eine Standplatzbesichtigung folgen ob hier verdächtige Flecken auf größere Ölleckagen hinweisen. Den Öleinfülldeckel abschrauben und nachsehen ob sich schädlicher bräunlicher Schlamm unter dem Deckel gesammelt hat.
Jetzt kann der Motor gestartet werden und er sollte nach ein paar Umdrehungen anspringen. Das kann je nach Länge der Standzeit auch durchaus einige Startversuche dauern. Anfänglich kann etwas grauer Rauch aus den Auspuffrohren kommen, was nach längerer Standzeit durchaus normal ist. Wenn man mit den Handballen nun beide Endrohre zuhält kann man hören ob die Abgasanlage dicht ist oder ob das Abgas irgendwo seitlich herausdrückt. (Bitte nur versuchen wenn der Motor noch kalt ist. Verbrennungsgefahr!) Nach ein paar Minuten Warmlaufphase, sollte der Motor beim Gas geben sauber und ohne ruckeln hochdrehen. Ein unrunder Lauf oder gar starkes Schütteln des Motors kann die Folge von Zündaussetzern sein. Hier gilt es die Zündanlage zu überprüfen. Alte Zündkerzen, abgenutzte Unterbrecherkontakte oder Kriechstrom können die Ursache sein. Nachdem das alles noch im Stand kontrollierbar war, sollte nun eine Probefahrt folgen. Hier kann getestet werden ob der Motor gesund klingt und willig Gas annimmt. Beim schalten sollte kein Auspuffknallen zu hören sein. Nach ein paar Kilometern stellt man die Heizung an… auch im Sommer… kommt warme Luft aus allen Ausströmern ist es ein Zeichen dass die Warmluftkanäle in mindestens halbwegs zufriedenstellendem Zustand sind und die Verbindungsschläuche angeschlossen sind. Riecht es dabei allerdings nach Abgasen ist es sicher dass die Wärmetauscher defekt sind. Da hilft nur austauschen.
Macht das Fahren mit dem Käfer auch noch so viel Spaß ist jetzt die Zeit anzuhalten und mit angezogener Handbremse wieder anzufahren. Fährt der Käfer los, ist die Handbremse nicht in Ordnung. Würgt der Motor dabei ab, ist alles OK. Läuft er aber weiter ist das ein Hinweis auf eine verschlissene Kupplung. Bei der Weiterfahrt gilt es auf Geräusche aus dem Getriebe zu hören. Jaulen darf es allenfalls im Rückwärtsgang und dumpfe Schlaggeräusche beim Gaswegnehmen sind ein Indiz für ein defektes Differential. Kratzen beim Schalten dürfen maximal unsynchronisierte Getriebe.
Wenn die Kupplung beim Anfahren rupft kann es ein Hinweis auf eine falsche Einstellung, Verschleiß oder auch eine falsche Biegung der Kupplungsseilführung sein.
Fahrwerk
Die Handbremse haben wir bereits beim Anfahrtest auf Ihre Funktion hin geprüft. Wenn es die Verkehrs- und Straßensituation zulässt wird der Käfer nun mit Gefühl abgebremst. Er sollte ohne Verzögerung zum stehen kommen, den Fuß gedrückt halten und schauen ob der Druck konstant bleibt oder das Pedal weiter nach unten sinkt, das sogenannte Fading. Das Bremssystem könnte undicht sein oder Luft im Bremskreislauf haben. Nochmal anfahren und beim nächsten Bremsen auf Geradeauslauf achten.
Bei der Weiterfahrt nun das Augenmerk auf die Stoßdämpfer richten. Beim Überfahren von Bodenwellen darf der Käfer nicht lange nachschwingen. Bei der späteren Sichtkontrolle sollten die Stoßdämpfer keine Spuren von ausgetretenem Öl haben.
Ein Käfer sollte sich leicht und präzise lenken lassen. Tut er es nicht könnte die Ursache in einem defekten Lenkgetriebe oder ausgeleierten Gummilagern der Querlenker zu suchen sein.
Bleibt noch die Radlager zu kontrollieren, hierzu kann man nach der Probefahrt den Fuß auf den oberen Rand des Reifens stellen und versuche das Rad quer zur Fahrtrichtung hin und her zu schaukeln. Das Rad sollte festsitzen und auf der Achse nicht schwimmen oder gar Geräusche machen.
Innenausstattung
Soll der Käfer im Originalzustand erhalten werden ist es zweckmäßig wenn auch im Innenraum alle Originalteile vorhanden sind. Im Innenraum sollte es nicht feucht und muffig riechen. Prüfen ob die Sitze sich leicht auf der Sitzschiene bewegen lassen. Gurte auf Verschleiß kontrollieren. Polster und Himmel sollten in einem intakten Zustand sein. Schmutz lässt sich mit entsprechendem Arbeitsaufwand beseitigen, ein zerrissener Innenhimmel stellt schon ein größeres Problem dar.
Die hier beschriebenen Schwachpunkte basieren auf Erfahrungen unzähliger Käferfahrer im Laufe etlicher Jahre. Natürlich kann jeder einzelne Käfer seine individuellen Macken haben.
Ist das Objekt der Begierde gefunden und sind sich Käufer und Verkäufer handelseinig geworden, bleibt uns von Käferwissen.de nur noch allzeit gute Fahrt und viel Freude mit dem neuen Käfer zu wünschen.
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